Arbeitgeber-Check: Will ich da arbeiten?

Von Christina Holl 18. April 2019

Ein Arbeitgeber-Check ist vor einer beruflichen Veränderung immer empfehlenswert. Sie möchten schliesslich wissen, worauf Sie sich bei einer Zusage einlassen. Die Recherche dafür ist zwar nicht immer einfach, aber mit unseren Tipps können Sie das schaffen.

Hier lesen Sie:

Was macht einen guten Arbeitgeber aus?

Wie tickt ein Unternehmen?
Und ticken wir im Gleichklang?

Diese Fragen sollten Interessenten für eine offene Stelle möglichst frühzeitig in ihrem Bewerbungsprozess beantworten können. Denn passen Firma und Mitarbeiter nicht zusammen, dann ist das für beide Seiten auf Dauer unbefriedigend.

Mit einem gut recherchierten Arbeitgeber-Check lässt sich das verhindern. Besonders sinnvoll ist er bei mindestens zwei gleichzeitig vorliegenden Jobangeboten. Manchmal ist er für die Zusage oder Absage eines Jobs sogar das Zünglein an der Waage.

Von dem Profil des anvisierten Unternehmens hängt also viel für Sie ab. Deshalb sollten Sie es gewissenhaft erkunden. Am besten beginnen Sie mit einer Liste. Tragen Sie darin jene Kriterien ein, die ihnen hinsichtlich Ihres künftigen Jobs am wichtigsten sind.

Hier einige Beispiele für allgemein positiv bewertete Eigenschaften von Arbeitgebern:

  • geschäftlicher Erfolg
  • gesicherte Arbeitsplätze
  • flexible Gestaltung der Arbeitszeit
  • geldwerte Vorteile
  • eigenverantwortliches Arbeiten
  • gerechte Bezahlung
  • Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung
  • faire Führungskultur
  • abwechslungsreiche Aufgaben
  • Familienfreundlichkeit
  • positives öffentliches Image
  • gutes Betriebsklima

Hier spielen in erster Linie Ihre individuellen Ansprüche und Erwartungen die entscheidende Rolle. Steht die Liste, dann prüfen Sie im nächsten Schritt, inwieweit der mögliche neue Arbeitgeber dazu passt. Aber wie finden Sie das überhaupt heraus?

Arbeitgeber-Check: So finden Sie Informationen

Für die Recherche brauchen Sie die richtigen Informationsquellen. Erste Anlaufstelle dürfte in den meisten Fällen die Website des Unternehmens sein.

Suchen Sie dort nach verwertbaren Angaben zu dessen Philosophie und Geschichte, Standpunkten zu wichtigen Themen, aber auch nach Zahlen und Fakten, die Sie interessieren.

Viele grössere Firmen haben eine Karriereseite, auf der Sie nicht nur etwas zum Bewerbungsprozess finden, sondern auch zu Benefits oder der Unternehmenskultur.

Ebenfalls aufschlussreich: Berichte über das Unternehmen in Branchenmagazinen oder Zeitungen. Dort können Sie beispielsweise Artikel über die Geschäftslage und besondere Vorkommnisse finden sowie einen Eindruck von der Aussenwirkung gewinnen.

Je grösser die Firma ist, desto eher und öfter wird über sie etwas veröffentlicht sein. Bei kleineren Betrieben hilft oft die Lokalpresse weiter. 

Tragen Sie die bis dahin gewonnen Informationen zusammen und verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck. Wichtig: Achten Sie darauf, dass die zugrundeliegenden Beiträge aktuell und seriös sind.

Nicht vergessen: Bewertungsportale checken

Gute Arbeitgeber oder schlechte Arbeitgeber? Diese Frage kann kaum jemand besser beantworten als die Beschäftigten. Manche teilen ihre Erfahrungen auf speziellen Bewertungsportalen zu Unternehmen mit. Dazu zählen beispielsweise:

Bei diesen und ähnlichen Adressen ist ein Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens möglich. Und das unabhängig von seiner gewünschten Aussendarstellung.

Wie sieht dort der Arbeitsalltag aus?
Wie verhalten sich die Vorgesetzten?
Wie ist das Betriebsklima?

Auf solche Fragen lassen sich Antworten finden. Doch ist manche Firmenbewertung durch Mitarbeiter mit einer gewissen Skepsis zu betrachten.

Liegen nämlich ausschliesslich sehr positive Einschätzungen vor, könnte es sein, dass hier vor allem Mitarbeiter aus der HR- oder Marketing-Abteilung ihren Arbeitgeber bewerten. Gibt es nur sehr negative Beurteilungen, wollen sich möglicherweise enttäuschte oder im Groll gegangene Beschäftigte rächen, obwohl das Unternehmen eigentlich ein attraktiver Arbeitgeber ist.

Merke: Arbeitgeber-Bewertungsportale allein sollten nicht ausschlaggebend bei der Auswahl eines neuen Jobs sein. Besser ist es, wenn Sie sich auf die Meinung persönlicher Kontakte stützen können.

Nutzen Sie Ihr berufliches Netzwerk. Möglicherweise ist oder war jemand bereits für Ihren potenziellen Arbeitgeber tätig oder hatte geschäftlich mit ihm zu tun. So erfahren Sie gegebenenfalls Dinge, von denen Sie über andere Kanäle kaum etwas hören werden. Wahrscheinlich erhalten Sie auch wichtige Informationen für Ihre mögliche Bewerbung – etwa über den Charakter von eventuell künftigen Kollegen.

Potenzielle Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch erleben

Informationen aus zweiter Hand sind gut, aber im Zweifel vermittelt der persönliche Kontakt einen anderen und zuverlässigeren Eindruck. Den können Sie vor allem im Bewerbungsgespräch gewinnen. Das setzt allerdings voraus, dass Sie zuvor den notwendigen Prozess und das Auswahlverfahren bis zur Einladung durchlaufen.

Am besten stellen Sie zuvor einen Fragenkatalog zusammen und nehmen ihn in das Gespräch mit. Sprechen Sie währenddessen die notierten Punkte an, und beobachten Sie, wie Ihr Gegenüber darauf reagiert und antwortet. 

Die Erfahrung von Experten nutzen

Eine Bewerbung braucht oft viel persönliches Engagement und Zeit. Da bleibt nicht immer ausreichend Raum für einen gewissenhaften Arbeitgeber-Check, und entscheidende Fragen bleiben unter Umständen offen.

Dann kann ein Personaldienstleister weiterhelfen. Die Spezialisten von Robert Half beraten und begleiten Sie auf Wunsch nicht nur bei dem eigentlichen Bewerbungsprozess, sondern verfügen über einen tief gehenden Einblick in die Unternehmen. Damit ersparen sie Ihnen viel eigenen Aufwand.

Darüber hinaus liefern unsere Experten gerne Einschätzungen zu Ihren aktuellen Marktchancen und Ihrem Marktwert. Das heisst: Sie erfahren auch, mit welchem Gehalt sie realistisch rechnen können.

 

Interessiert? Dann suchen Sie hier nach dem Job, der wirklich zu Ihnen passt:

 

Bildquelle: © jontyson - Unsplash.com

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