Work-Life-Unbalance: Manager immer auf Empfang

23. April 2013

Schweizer CFOs und HR-Manager arbeiten häufig in ihrer Freizeit

Zürich – Wer die Karriereleiter erklimmt, erntet nicht nur die Früchte seiner Arbeit sondern lebt vielfach mit dem Verzicht auf freie Abende und erholsame Wochenenden. Eine aktuelle Studie des Personaldienstleisters Robert Half belegt, dass Manager zunehmend während der Stunden nach Büroschluss telefonisch oder per E-Mail erreichbar sind.

Mehr als ein Drittel (37 %) aller CFOs und HR-Manager lassen ihr Geschäftshandy an, auch wenn sie abends dem Büro – zumindest physisch – den Rücken kehren. Stehen dringende Termine und Entscheidungen an, ist sogar jeder zweite Manager ausserhalb üblicher Arbeitszeiten mobil erreichbar. Die Berufskollegen aus Österreich, Deutschland und den Niederlanden stehen den Schweizern in keiner Weise nach. Rund 35 % der Führungspersonen im höheren Kader bleiben auf Kosten der Freizeit virtuell mit der Geschäftswelt verbunden.

Anforderungen an Manager steigen kontinuierlich

Obschon viele Unternehmen vermehrt darauf Wert legen, das Arbeits- und Privatleben ihrer Mitarbeiter in Einklang zu bringen, steigt der Druck auf Manager in verantwortungsvollen Führungspositionen merklich. Mehr als die Hälfte der Befragten (59 %) stellt fest, dass die Anforderungen in Bezug auf die Erreichbarkeit im Vergleich zum Vorjahr gewachsen sind. Jeder Zehnte (13 %) empfindet diese Entwicklung gar als signifikant.

Bereitschaftsmodus verdrängt entspannende Wochenenden

Nicht genug, dass beinahe jeder Dritte (28 %) am Feierabend oder frühen Morgen während einer Stunde geschäftliche E-Mails beantwortet. Auch am Wochenende kreisen die Gedanken ums Business. Während drei von zehn Managern mindestens ein Wochenende pro Monat ihrer Berufstätigkeit unterordnen, arbeitet gut ein Fünftel (22 %) jedes zweite Wochenende. Zehn Prozent opfern dem Beruf sogar jedes Wochenende.

„Die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit verwischen immer mehr. Die Schweizer Manager beweisen mit ihrer Erreichbarkeit und Arbeitsleistung morgen und abends sowie am Wochenende ihre hohe Flexibilität, aber auch ihr starkes Verantwortungsbewusstsein. Allerdings werden damit auch die Regenerationsphasen kürzer. Wichtig ist daher ein sensibler Umgang mit diesem Thema sowie zum Unternehmen passende Massnahmen um Work-Life-Balance sicherzustellen. So kann aus dieser allgemeinen Entwicklung ein Vorteil für alle Beteiligten entstehen“, erklärt Sven Hennige, Managing Director Central Europe & Germany von Robert Half.