Schweizer Manager sind besorgt über mangelnde Mitarbeitendenführung während der Ferienzeit

15. Juli 2015

Arbeitsmarktstudie: Die Abwesenheiten im Sommer haben starken Einfluss auf Unternehmensaktivitäten

Zürich, 15. Juli 2015 – Für viele Mitarbeitende stehen mit ihren Sommerferien die schönsten Wochen des Jahres kurz bevor. Diese wohlverdienten Auszeiten haben allerdings Einfluss auf die Geschäftstätigkeiten der Unternehmen: Laut einer Studie geht fast ein Drittel (29 %) der Schweizer Finanzverantwortlichen davon aus, dass weniger Mitarbeitendenführung aufgrund der Abwesenheit des Managements einen negativen Einfluss auf ihr Unternehmen hat. Die Studie wurde im Auftrag des spezialisierten Personaldienstleisters Robert Half unter 100 CFOs in der Schweiz durchgeführt.

Für fast ebenso viele Finanzchefs (27 %) ist eine verlangsamte Geschäftsaktivität während der Ferienzeit verantwortlich für negative Auswirkungen auf ihre Firma. Darüber hinaus glauben jeweils 15 %, dass während der Sommermonate die Produktivität sinkt und die Mitarbeitenden weniger motiviert sind. Immerhin 14 % - und damit weniger als in den Nachbarländern Deutschland (10 %) und Österreich (9 %) – sagen, die Ferien hätten überhaupt keine negativen Auswirkungen.

Robert Half hat Schweizer CFOs gefragt: Welcher der folgenden negativen Faktoren wird während der Sommermonate den stärksten Einfluss auf Ihr Unternehmen haben?

  Total
Weniger Führung durch Urlaubszeit 29%
Verlangsamte Geschäftsaktivität 27%
Produktivitätsverlust durch Urlaubszeit 15%
Weniger motivierte Mitarbeitende 15%
Keine negativen Auswirkungen 14%

Quelle: Arbeitsmarktstudie 2015 von Robert Half, Befragte: 100 CFOs in der Schweiz

„Regelmässige Ferien sind für jeden Arbeitnehmenden wichtig, um wieder neue Energie zu schöpfen. Die Mitarbeitenden kommen zufriedener mit ihrem Job zurück und sind motivierter und produktiver“, erläutert Yeng Chow, Manager bei Robert Half. 

„Für manche Unternehmen ist es allerdings nicht machbar, wichtige Projekte während der Ferienzeit zu stoppen. Um die Daheimgebliebenen zu entlasten und Projekte in der Sommerzeit trotz Abwesenheiten rechtzeitig abzuschliessen, sollten Unternehmen den Einsatz temporärer Mitarbeitender in Betracht ziehen. Mit dieser Massnahme kann darüber hinaus der Produktivitätsverlust in Grenzen gehalten werden.“

Fünf Tipps für Vorgesetzte, damit Mitarbeitende entspannt in den Urlaub gehen können:

  1. Sorgen Sie für eine Vertretung im Team: Planen Sie die Abwesenheiten der Teammitglieder sorgfältig und sorgen Sie dafür, dass es immer eine Vertretung gibt. So können Sie die während der Ferien anstehenden Aufgaben verteilen und stellen sicher, dass alle Projekte rechtzeitig bearbeitet bzw. abgeschlossen werden.
  2. Seien Sie vorbereitet: Bevor ein Mitarbeitender in die Ferien geht, sollte er alle Deadlines und Termine für diesen Zeitraum klären. Mit einer guten Vorbereitung und klaren Vereinbarungen kann die (zusätzliche) Arbeitsbelastung besser gemeistert werden.
  3. Schauen Sie sich nach Unterstützung um: Durch die Einstellung von temporären Arbeitskräften während der Sommermonate können nicht nur dringende Projekte abgeschlossen und die täglichen Aufgaben erledigt werden. Die zeitlich befristete Unterstützung sorgt auch für eine Entlastung der festangestellten Mitarbeitenden.
  4. Gewähren Sie mehr Flexibilität: Wenn Sie Ihren Mitarbeitenden in der Zeit vor ihren Ferien mehr zeitliche Flexibilität, etwa durch Home-Office-Angebote, gewähren, sind sie eher geneigt, ihr Möglichstes zu tun, um alle anstehenden Aufgaben noch vor ihrer Abwesenheit zu erledigen.
  5. Vergessen Sie nicht, Anreize zum Urlaubnehmen zu geben: In der Schweiz hat jeder Arbeitnehmende einen gesetzlichen Ferienanspruch von mindestens vier Wochen (bis zum vollendeten 20. Altersjahr fünf Wochen). Im Tarif- oder Arbeitsvertrag kann aber ein höherer als der gesetzliche Anspruch gewährt werden. Sie sollten Ihre Mitarbeitenden dazu ermutigen, diese Tage auch zu nehmen und für eine bessere Work-Life-Balance während des Jahres auf ihre Überstunden zu achten.