Schweizer Manager in punkto Jobverlust furchtlos

20. Januar 2010

Studie: Im internationalen Vergleich arbeiten relativ viele Schweizer HR- und Finanzmanager nicht, wenn sie krank sind

Zürich, 20. Januar 2010. Bei Krankheit das Bett hüten und die Arbeit einmal ruhen lassen: Dieses Verhalten ist bei Schweizer Finanz- und HR-Managern verbreiteter als bei ihren internationalen Kollegen. Hauptsächlich aus Angst um ihren Job gehen die Spezialisten weltweit oft auch krank ins Büro. Dies ist ein Ergebnis der Studie Workplace Survey 2009, für die der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half über 6.000 Personal- und Finanzmanager in 20 Ländern befragt hat. Die Workplace Survey wird jährlich durchgeführt und informiert über Trends auf dem Arbeitsmarkt für das Finanz- und Rechnungswesen.

Nach der Krankheit ist vor der Kündigung: Diese Befürchtung vieler internationaler HR- und Finanzexperten teilen die Schweizer Fachkräfte nicht. Zwar sitzen 40 Prozent von ihnen auch dann an ihrem Schreibtisch, wenn sie erkrankt sind, doch liegen die eidgenössischen Manager damit etwas unter dem internationalen Trend. Weltweit kommen 44 Prozent ihrer Kollegen krank ins Büro. Besonders häufig sind dort Tschechen, Österreicher und Deutsche trotz Krankheitssymptomen anzutreffen. Deutlich über die Hälfte der Experten arbeitet in diesen Ländern auch dann, wenn sie das Bett hüten sollten.

Hohes Arbeitspensum

Die Schweizer sind zuversichtlich, dass Krankheitstage im Fall von Entlassungen nicht gegen sie sprechen würden. International befürchten dies 39 Prozent der Befragten, in der Schweiz jedoch nur jeder Fünfte. Vielmehr haben die Schweizer, die trotz Krankheit ins Büro kommen, hauptsächlich mit einem hohen Arbeitspensum zu kämpfen. So bleibt gut die Hälfte der Finanz- und HR-Manager wegen eines übervollen Schreibtisches dem Arbeitsplatz auch während einer Erkrankung nicht fern. Jeweils weitere 40 Prozent der Schweizer Beschäftigten möchten bei Kollegen und Vorgesetzen dem Verdacht vorbeugen, dass sie nicht engagiert und hart genug arbeiten würden oder fühlen sich nicht krank genug, um zu Hause zu bleiben.

Die Schweizer Manager gehen international mit gutem Beispiel voran“, kommentiert Sven Hennige, Managing Director Central Europe bei Robert Half International, die Ergebnisse der Studie. „Wenn jemand wirklich krank ist, sollte er lieber zu Hause bleiben und sich auskurieren. Geht er dennoch ins Büro wird er nicht nur deutlich weniger leistungsfähig sein als sonst, sondern auch seine eigene Gesundheit und die der Kollegen gefährden.