Schweizer Finanzprofis müssen nicht um ihren Job bangen

19. April 2010

Studie: Finanzkrise auf dem Schweizer Arbeitsmarkt weiterhin spürbar

Zürich, 19. April 2010. Jobsicherheit steht hoch im Kurs: Nur zwei Prozent der Schweizer Firmen wollen im nächsten halben Jahr ihre Teams im Finanz- und Rechnungswesen verkleinern. Damit haben die Eidgenossen die Nase vorn, denn im internationalen Vergleich planen zehn Prozent der Betriebe Entlassungen. Dies sind Ergebnisse der Studie Workplace Survey 2010, für die der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half über 3.000 Personal- und Finanzmanager in 13 Ländern befragt hat. Die Workplace Survey wird drei Mal jährlich durchgeführt und informiert über Trends auf dem Arbeitsmarkt für das Finanz- und Rechnungswesen.

Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zeichnet sich eine positive Entwicklung ab: Die Zahl der Entlassungen im Finanzwesen sinkt. Mussten sich 2009 noch acht Prozent der Finanzmanager von Teammitgliedern trennen, sind es im nächsten halben Jahr nur noch zwei Prozent. Damit belegt die Schweiz einen Spitzenplatz, da im internationalen Vergleich zehn Prozent der Firmen Mitarbeiter entlassen müssen. 

Anders verhält es sich mit neuen Jobangeboten. Nach einer vergleichsweise entspannten Jobsituation im Jahr 2009, beabsichtigen nur noch zehn Prozent (Vorjahr 16 Prozent) der Schweizer Unternehmen mehr Stellen in den Finanzabteilungen. Damit macht sich die Krise auf dem Schweizer Arbeitsmarkt später als in den anderen Ländern bemerkbar: Im Durchschnitt möchten 18 Prozent der Firmen weltweit in den nächsten sechs Monaten neue Mitarbeiter im Finanz- und Rechnungswesen rekrutieren. Wenn Schweizer Betriebe eine Neueinstellung anstreben, liegen die Gründe hierfür insbesondere in einem höheren Arbeitsaufkommen (38 Prozent), einer höheren Arbeitsbelastung und gesetzlichen Anforderungen (jeweils 25 Prozent).

Noch keine Entwarnung

Bei den Wachstumsperspektiven für die Schweizer Unternehmens lässt sich eine positive Tendenz erkennen: Insgesamt ist eine grosse Mehrheit von 92 Prozent sehr oder einigermassen zufrieden mit der Entwicklung ihrer Geschäfte. Etwas skeptischer sind die Schweizer Finanz- und Personalmanager in Bezug auf einen wirtschaftlichen Aufschwung. Fast ein Drittel (31 Prozent) rechnet mit einer Besserung der Lage im Jahr 2012. Etwa jeder Vierte (23 Prozent) erwartet erst nach 2012 eine Konjunkturerholung. Dieses Ergebnis zeichnet die Schweizer hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage im Vergleich zu anderen Ländern als optimistisch aus. Hier rechnen 33 Prozent mit einer Erholung erst nach 2012.

Die weltweite Wirtschaftskrise macht sich auf dem Schweizer Arbeitsmarkt erst jetzt bemerkbar, während manch andere Länder diese Phase bereits durchschritten haben und wieder einstellen. Doch auch auf dem Schweizer Arbeitsmarkt kann mit einer baldigen Entspannung der Beschäftigungssituation gerechnet werden“, erläutert Sven Hennige, Managing Director Central Europe bei Robert Half International, die Ergebnisse der Studie. „In der momentanen Situation ist es ratsam, seinen Wert auf dem Arbeitsmarkt durch Weiterbildungen zu steigern, damit man zum Zeitpunkt des Aufschwungs wieder attraktiv für Unternehmen ist.