Das lässt die Kollegen an die Decke gehen

15. Juni 2011

Studie: Schweizer Finanz- und Personalexperten reagieren genervt auf ungenaue Arbeit und Ideenklau

Zürich, 15. Juni 2011. Kollegen sucht man sich nicht aus. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Büronachbar ganz schön nerven kann. Der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half hat in der Umfrage Workplace Survey die unterschiedlichen Gründe dafür aufgespürt. Personal- und Finanzmanager in der Schweiz stören sich besonders daran, wenn Mitarbeiter ungenau arbeiten oder die Ideen anderer als die eigenen präsentieren.

Bestimmte Verhaltensweisen der Kollegen sorgen für dicke Luft im Büro. So ist es für 27 Prozent der Schweizer Personal- und Finanzexperten sehr ärgerlich, wenn delegierte Aufgaben fehlerhaft oder unvollständig abgegeben werden oder angeforderte Informationen nicht gründlich ausgearbeitet und lückenhaft sind. Denn das wirft die eigene Planung durcheinander und führt zu Mehrarbeit, statt zur erhofften Entlastung.

Verkauft jemand die Ideen seiner Kollegen als die eigenen, missfällt das 17 Prozent der Finanz- und Personalprofis. Schliesslich sollte derjenige Lob und Anerkennung erhalten, der den Geistesblitz hatte. Oft hilft es, dem Ideenklauer künftig gute Gedanken vorzuenthalten. Alternativ kann man ihn nur mit Teilinformationen versorgen und im nächsten Meeting mit detaillierten und hartnäckigen Fragen ins Schwitzen bringen.

Offen und ehrlich sein

13 Prozent der Personal- und Finanzexperten sind von Tratsch genervt. Damit man selbst nicht in den Ruf kommt, eine Klatschbase zu sein, sollte man sich zurückhalten und auf keinen Fall mitreden, wenn der Kollegen mit den neuesten Gerüchten die Runde macht. Aber Vorsicht, auch ein stummes Nicken kann den anderen dazu ermuntern, weiter zu sprechen. Besser ist es, auf jede Äusserung über andere etwas Positives zu erwidern.

Wenn Kollegen unüberlegt handeln und rücksichtslos sind, könnte dagegen etwa jeder achte Befragte an die Decke gehen. Doch was hilft gegen laut geführte Privatgespräche, ständig klingelnde Mobiltelefone und Selbstgespräche? Die einzig faire Lösung ist ein offenes und ehrliches Gespräch, bei dem die störenden Faktoren angesprochen werden.

Die Kollegen sucht man sich nun einmal nicht aus, aber man sollte einen Weg finden, mit ihnen auszukommen. Wird die Art eines Mitarbeiters auf Dauer doch zu störend, ist eine klärende Aussprache angebracht,“ erklärt Sven Hennige, Managing Director Central Europe von Robert Half International. „Der Andere sollte dabei immer die Möglichkeit haben, sein Gesicht zu wahren. Deshalb gilt es, in einem freundlichen Tonfall klar und deutlich zu sagen, was einen stört, ohne persönlich zu werden oder direkte Vorwürfe zu machen. Wer sich überlegt, wie er in einer ähnlichen Situation selbst behandelt werden möchte, wird sicher den richtigen Ton treffen.

Die Top 6, was an Kollegen am meisten stört:

  1. Ungenaues und nicht gründliches Arbeiten
  2. Ideen anderer als die eigenen präsentieren
  3. Beteiligung am Klatsch
  4. Rücksichtslosigkeit und unüberlegtes Handeln
  5. Regelmässige Krankheitstage
  6. Regelmässiges Zuspätkommen