Wenn der Home-Office-Blues kommt: 5 Tipps gegen die soziale Isolation

Von Christina Holl on 3. September 2020

Nach der Eingewöhnung macht sich unter vielen Mitarbeitern allmählich eine besondere Form von Stress im Home-Office breit. Trotz aller Annehmlichkeiten, die das Arbeiten von daheim haben mag, entwickelt sich wegen der fehlenden Kollegen mitunter ein Gefühl der sozialen Isolation. Wir haben ein paar Tipps, wie Sie die räumliche Distanz besser überwinden, bis alle wieder gemeinsam im Büro sein können.

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Home-Office als Erfahrung von Licht und Schatten

Als zu Beginn der Corona-Pandemie Unternehmen ihre Mitarbeiter – sofern irgendwie möglich – reihenweise ins Home-Office schickten, war die Begeisterung unter vielen Betroffenen zunächst gross. Wegfall des Arbeitsweges, flexiblere Zeiteinteilung und produktiveres Arbeiten am heimischen Schreibtisch: Mancher Arbeitnehmer hatte sich genau das seit langem gewünscht. Inzwischen ist das Arbeiten von Zuhause aus für viele von uns zum Alltag geworden und wir müssen feststellen: Das Home-Office hat auch seine Nachteile. Allen voran die soziale Isolation, die zu einer echten psychischen Belastung werden kann.

Denn so sehr die Kollegen manchmal auch nerven, vielen fehlen sie inzwischen. Wir Menschen sind nun einmal von Natur aus soziale Wesen. Gerade wer alleine lebt, spürt oft besonders deutlich, wie ihm die zwischenmenschlichen Interaktionen fehlen; das Gewusel in der Kantine, der Plausch in der Teeküche oder der After-Work-Drink mit dem Team.

Gemeinsam statt einsam: Gute Chefs halten Teams auch auf Distanz zusammen

In vielen Unternehmen wird es noch eine Weile dauern, bis Teams wieder komplett vor Ort im Büro sind. In manchen Fällen werden Kollegen auch in Zukunft zumindest teilweise von zuhause aus arbeiten. Deshalb sind Führungskräfte in Sachen Teamzusammenhalt derzeit besonders gefordert, sich auf die neue Situation einzustellen und dafür zu sorgen, dass niemand im Home-Office vereinsamt.

Viele Vorgesetzte haben deshalb in den letzten Wochen regelmässige virtuelle Teammeetings per Videokonferenz etabliert. Richtig gute Chefs planen dabei sogar ganz bewusst auch Zeit für den privaten Austausch mit ein, beispielsweise am Ende des Termins. Oder sie organisieren zusätzliche Calls, bei denen berufliche Themen aussen vor bleiben und es in erster Linie darum geht, Spass mit dem Team zu haben. Denn die stark auf Effizienz ausgelegten Videokonferenzen bedeuten für Teilnehmer im Home-Office oft mehr Stress. Für Ausgleich kann zum Beispiel ein virtuelles Treffen mit dem Team auf einen Feierabend-Drink sorgen, aber auch ein Motto-Videocall, bei dem beispielsweise jeder seinen grössten Mode-Unfall präsentiert.

Gibt es solche Massnahmen bei Ihrem Arbeitgeber noch nicht, scheuen Sie sich nicht, Ihren Vorgesetzten darauf anzusprechen. Zusätzlich können Sie das Zepter auch selbst in die Hand nehmen. Wir haben ein paar Tipps, wie Sie der Vereinsamung im Home-Office trotzen.

Tipp 1: Kollegen einfach mal privat ansprechen

Im Büro ergibt sich der private Austausch oft von selbst – beim Warten am Drucker oder am Wasserkocher in der Teeküche. Diese Gelegenheiten fehlen im Home-Office. Doch Sie können dafür auch aus der Distanz sorgen – zumindest teilweise. Wenn sie berufliche Angelegenheiten mit einem netten Kollegen per Chat oder Call klären müssen, lässt sich ein kleiner privater Austausch anhängen. Haken Sie einfach mal nach: „Wie geht es dir im Home-Office?” oder „Hast du Pläne fürs Wochenende?” Diese und ähnliche Fragen können Türöffner für einen kleinen Plausch sein, der sowohl Ihren Arbeitstag als auch den Ihres Gesprächspartners bereichert.

Tipp 2: Gemeinsam zum virtuellen Lunch

Viele Unternehmen haben in den vergangenen Monaten virtuelle Lunch-Termine etabliert, bei denen Mitarbeiter in einem Online-Meeting gemeinsam Mittag essen. Wenn dieser Trend in Ihrem Unternehmen noch nicht angekommen ist, ergreifen Sie einfach selbst die Initiative und laden Sie Ihre liebsten Kantinen-Kollegen zum gemeinsamen Mittagessen per Zoom, Hangouts oder Skype ein.

Tipp 3: Spaziergang mit dem Lieblingskollegen

Zu manchen Kollegen entwickelt sich im Laufe der Zeit eine freundschaftliche Beziehung. Einigen wird vielleicht erst jetzt im Home-Office bewusst, wie wichtig der Lieblingskollege geworden ist. Und diese „Frollegen” fehlen jetzt besonders. Machen Sie es doch wie im Büro und pflegen Sie gemeinsame Rituale auch virtuell. Wenn einer von Ihnen mit einer kniffligen Aufgabe nicht weiterkommt, drehen Sie sonst gemeinsam eine Runde um den Block und sprechen über das Problem? Dann schnappen Sie sich jetzt stattdessen das Smartphone und spazieren Sie mit dem „Frollegen” am Ohr durch die Nachbarschaft.

Tipp 4: Feierabendaktivitäten planen

Wenn ein Tag dem anderen gleicht und Sie von morgens bis abends meist nur die Wand an Ihrem Heimarbeitsplatz sehen, ist es wenig überraschend, wenn Sie allmählich ein Gefühl der Vereinsamung beschleicht. Deshalb sind Feierabendaktivitäten im Home-Office immens wichtig. Vielleicht können sie aufgrund der aktuellen Beschränkungen noch nicht all Ihren Hobbys nachgehen. Aber nehmen Sie sich etwas vor, treffen Sie im Rahmen des Möglichen Freunde, treiben Sie Sport. Das hat den erfreulichen Nebeneffekt, dass Sie eine klare Grenze zwischen Beruf und Privatleben ziehen und nicht Gefahr laufen, in der Arbeit zu “versumpfen”.

Tipp 5: Positiv denken

Zugegeben: Das ist in Zeiten wie diesen ganz schön viel verlangt. Aber unsere Einstellung beeinflusst bekanntlich unser Wohlbefinden. Und obwohl Sie lieber mit den Kollegen im Büro sitzen würden statt an Ihrem Interims-Arbeitsplatz am Küchentisch – irgendetwas Positives hat das Home-Offices bestimmt auch für Sie. Klingelt Ihr Wecker später, weil der Arbeitsweg wegfällt? Schmeckt der Kaffee womöglich viel besser als die Plörre im Büro? Können Sie Ihre Mittagspause jetzt besser für Einkäufe nutzen und haben dadurch mehr Freizeit am Wochenende? Konzentrieren Sie sich auf die guten Seiten, wenn der Home-Office-Blues Sie übermannt.

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Bildquelle: © Thought Catalog - unsplash.com

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